News & Facts
Hattie und die Wirkung von Soft Skills
Die gezielte Förderung von fachübergreifenden, persönlichen, emotionalen und Lernkompetenzen wirkt sich positiv auf den Lernerfolg aus.
Der Schlüssel zum Lernerfolg für Lernende aller Stufen ist die Förderung von Soft Skills und fachübergreifenden Kompetenzen. Hattie hat die Wirkung solcher Fähigkeiten in seiner Meta-Studie mehrfach nachweisen können.
Für die Lesung: alles über einer Effektstärke von 0.40 gilt als überdurchschnitlich wirksam hinsichtlich des Lernerfolgs bzw. der Lernwirkung.
Folgende überfachliche Kompetenzen sind überdurchschnittlich wirksam:
-Problemlösungskompetenzen und -strategien (Effektstärke 0.68): die Lernenden lernen, wie sie systematisch an Probleme herangehen können, wie sie diese analysieren können, um Lösungen zu finden.
-Metakognitive Strategien (0.69): Die Lernenden analysieren ihren Lernprozess bewusst und aktiv. Sie erhalten Strategien, ihr Lernen und Denken zu analysieren. Sie sind in der Lage, ihr Lernverhalten anzupassen und erhalten dafür Werkzeuge.
-Steuerung von Aufmerksamkeit und Emotion (0.52): die «Selbstregulation» entwickelt die Fähigkeit,m die eigene Aufmerksamkeit, die Lernmotivation und die Emotionalität beim Lernen wirkungsvoll zu steuern.
-Kooperatives Lernen (0.40): Teamfähigkeit, voneinander lernen, sich gegenseitig positiv zu unterstützen, soziale Kompetenzen helfen beim Wissenstransfer und unterstützen den Lernprozess positiv und wirksam.
-Programm für die Förderung der sozialen Kompetenzen (0.39): solche Schulprogramme fördern bewusst und systematisch den respektvollen Umgang, die Konfliktlösungsfähigkeit und empathische Fähigkeiten im Klassenzimmer und an der Schule.
-Kreativitä (0.40): Die Förderung von kreativen Fähigkeiten unterstützt den Lernprozess und die Leistungsfähigkeit bei der Entwicklung von Lösungen.
Entscheidend ist der Fokus und damit die Förderung von sozio-emotionalen Kompetenzen auch auf Seiten der Lehrpersonen. Die Empirie und vor allem auch die Analyse der Meta-Studien durch Hattie konnte den positiven Effekt durch die Lehrpersonen mehrfach nachweisen:
-Beziehung Lehrpersonen und Lernende (0.52): Grundlage für eine erfolgreiche, wirkungsvolle und unterstützende Lernumgebung ist eine auf Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung basierender Beziehung zwischen den Lernenden und Lehrpersonen. Interesse für die Lernenden, eine fehlertolerante und ermutigende Lernkultur wirken sich nicht nur auf das Wohlbefinden, sondern vor allem auch auf die positive Lernwirkung aus.
-Klarheit der Lehrpersonen (0.75): ein sehr starker Effekt haben transparente Lernziele und Erwartungshaltungen, klare Aufgabenstellungen, transparente und faire Erfolgs- und Beurteilungsfaktoren. Sie helfen den Lernenden, ihren eigenen Lernfortschritt besser einzuschätzen.
Wiederholung der Klasse (-0.16 bis -0.44) je nach Teilstudie): Auf der anderen Seite der Lernwirkung hat die Wiederholung der Klasse mit wenigen Ausnahmen eine erschreckend negative Wirkung auf die Verbesserung der Lernleistung. Auch hier tritt die Wirkung der überfachlichen Kompetenzen in Erscheinung. Eine Wiederholung der Klassenstufe hat keinen positiven Effekt, wenn gleichzeitig und begleitend nicht systematisch und intensiv an den Gelingens- oder Misserfolgsbedingungen gearbeitet wird. Lernkompetenzen, Lernstrategien, strukturiertes Arbeiten, Optimierung der Lernbedingungen, gezielte Unterstützung bei den Schwächen der Lernenden und die gezielte Förderung weiterer überfachlicher Kompetenzen und sozio-emotionaler Fähigkeiten, aber auch die Verstärkung der Zusammenarbeit mit den Eltern, bewirken eine Änderung. Eine reine Nichtversetzung ohne Massnahmen ist wenig Erfolg versprechend.
Quelle: John Hattie (2008). Visible Learning. A synthesis of over 800 Meta-Analyses Relating to Achievement.


Der Schlüssel zum Lernerfolg für Lernende aller Stufen ist die Förderung von Soft Skills und fachübergreifenden Kompetenzen. Hattie hat die Wirkung solcher Fähigkeiten in seiner Meta-Studie mehrfach nachweisen können.
Für die Lesung: alles über einer Effektstärke von 0.40 gilt als überdurchschnitlich wirksam hinsichtlich des Lernerfolgs bzw. der Lernwirkung.


